Obstbaumpflanzungen Lakteichwiese Heynitz
Noch sind Streuobstwiesen im ländlichen Raum oft zu finden. Bisweilen so selbstverständlich, dass es kaum auffällt, wenn ein Baum nach dem anderen verschwindet. Der Trockenstress der letzten Jahre setzt den oft wenig gepflegten Obstgehölzen gehörig zu. Die jährlichen Niederschlagsmengen in unserer Region nehmen ab (Hinweis: das pflanzenverfügbare Wasser im Boden informiert das HELMHOLTZ Umweltzentrum). Aus diesem Grund ist der Fortbestand dieser wertvollen Biotope gefährdet.
Überalterte Streuobstwiese gibt es auch in Heynitz. 2025 ist es mit vielen Akteuren gelungen, die Lakteichwiese zu sanieren und neu zu bepflanzen. Aktuell gibt es in Sachsen wenige finanzielle Förderungen für die Neuanlage von Streuobstwiesen. Darum war die zweckgebundene Spende der Gert-Aurig-Umweltstiftung Dresden ein regelrechter Segen für das Vorhaben.
Die Fläche im Besitz der Hof Mahlitzsch GBR war lange Zeit ungenutzt, Brombeere und andere Sträucher haben die abgebrochenen Äste überwuchert. Im Sommer und Herbst letzten Jahres wurde mit sehr viel Handarbeit Bruch- und Totholz auf Stapel gelegt und die Fläche entbuscht. Dabei halfen Schülerinnen und Schüler der neuen Waldorfschule Dresden und die NABU Ortsgruppe Heynitz. Die ca. 60 Jahre alten Bäume erhielten anschließend einen Sanierungsschnitt durch einen zertifizierten Baumpfleger. Tote Gehölze wurden auf Hochtorso geschnitten, um den Stamm als wertvollen Lebensraum zu erhalten. Auf der geräumten Fläche halfen dann Schülerpraktikanten beim Errichten der massiven Dreiböcke aus Robinienpfählen.Diese sind für die spätere Beweidung der Wiese mit Rindern nötig, um die jungen Bäume wirksam zu schützen.
In einer gemeinsamen Pflanzaktion von NABU Meißen, Hof Mahlitzsch und Ehrenamtlichen wurden im Dezember 8 Apfelbäume, 8 Pflaumenbäume und 11 Walnussbäume nachgepflanzt. Die Baumschule Schäfer aus Naustadt lieferte dafür BIOzertifizierte Gehölze in hervorragender Qualität. Die alten Sorten wurden eigens für die Nutzung in der Mahlitzscher Backstube ausgewählt. Zukünftig können die alten Obstsorten dann in Form von Kuchen und Gebäck im Hofladen genossen werden. Nun bleibt zu hoffen, dass die neuen Bäume gut anwachsen und sich Spaziergänger für viele Jahre an Blüten, Früchten und Schatten erfreuen.
Carsten Simank - NABU Naturschutzstation Heynitz

